Warum ich nicht der Rudelführer meiner Hunde bin. Oder : die geheime Geschichte der magischen, fliegenden Wattebäuschchen

Hallo ihr Lieben!

 

Heute kommt etwas zum Nachdenken 🙂 Wir ihr ja wisst, spielen die Hunde eine große Rolle in meinem Leben. Penny kam vor etwa einem Jahr zu mir, und Peanut vor einem halben. Seit diesem Zeitpunkt hat sich mein Leben total verändert.

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Alle die uns kennen wissen, was ich in diesem Jahr mit meiner Penny “ mitgemacht“ habe. Sie kam aus dem rumänischen Shelter zu uns, und hatte zuvor anscheinend noch nie mit Menschen Kontakt, geschweige den mit irgendetwas anderem. Sie kannte nur Hunde und das Gefängnis.

Diese Penny die da zu uns kam hatte Angst. Angst vor einfach allem. Normale Gegenstände wie Zeitungen, Schuhe, Türen, Fenster, Laden, Kästen, Bett etc.. alles war fürchterlich für sie. Die Leute vom Tierschutz sagten uns noch bei der Übergabe “ Sie hat ein bissl Angst, aber gehens in die Schule mit ihr. Dort zeigens Ihnen wie man das macht“

Uff… da stand ich nun mit einem Hund der Panik vor mir hatte. Der Hund zitterte, riss sich die Haare aus und hatte einen Reizdarm vor Nervosität. Ich hatte davor noch keinen eigenen Hund, und wusste mir nicht zu helfen. So ging ich in eine Hundeschule bei mir im Ort. Dort wurde mir gesagt, dass ich gleich mal das Brustgeschirr weggeben sollte, sie ans enge Halsband nehmen muss, weil ich ihr von Anfang an zeigen muss „wer der Herr im Haus ist“ . Als mir der Trainer dann auch noch empfahl ihr einen „leichten  Schlag auf den Hintern“ mit der Leine zu geben wenn sie Panik hat, schrie ich ihn an. Ziemlich pervers. Und ging mit Penny nach Hause.

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Ich gab mich damit nicht zufrieden. Auch wenn ich keine Hundeerfahrung hatte: Ich wusste dass das falsch ist. Ich KONNTE und WOLLTE meinen Hund nicht schlagen. Ich will keinen Hund am Halsband durch die Gegend schleifen, und ich will niemanden weh tun, nur weil er ein Verhalten zeigt, welches mir nicht zusagt- weder Mensch noch Hund.

Nach einer langen Suche im Internet stieß ich auf die Hundeschule Hundefragen. Eine Schule die angeblich schon mehreren „Problemhunden“und deren Halter geholfen hat. Keine Stunde später machte ich mir eine kostenlose Schnupperstunde aus und wenige Tage darauf war es schon so weit.

In der Anmeldung stand ganz groß dass wir unbedingt Brustgeschirr tragen sollen und wir ganz viele weiche, kleine Leckerlis mitbringen sollten. Was wir natürlich taten. Als wir dann zum Leo kamen, hätte ich am liebsten vor Glück fast losgeweint. Hier gab es eine Schule, die ohne psychische oder physische Gewalt arbeitet. Natürlich sind wir seit dem dort.

Seit diesem Zeitpunkt ging es nur noch bergauf. Penny legte ihre Angst mehr und mehr ab, wir wurden ein immer besseres Team, wir vertrauten uns viel mehr gegenseitig und fühlten uns miteinander wohl. Heute kann ich mich zu 100% auf sie verlassen. Ich weiß dass wenn sie Angst hat, bei mir zuflucht nimmt. Dass sie Situationen, die ihr nicht geheuer vorkommen mit mir bewältigen wird und dass sie IMMER darauf vertrauen kann bei mir Schutz und Wohlbefinden spüren zu können.

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Lange Rede kurzer Sinn : Was wollte ich mit diesem „Bericht“ aussagen?

Immer wieder wird davon gesprochen, dass Hunde die positiv erzogen werden ( wattebausch-werfende Hundehalter)  nicht folgen, dass sie keine Manieren haben, dass Hunde eine strenge Hand brauchen etc..etc..

Leider Gottes sind in vielen Hundeschulen noch immer sehr veraltete , aversive Trainingsmethoden wie Druck, Gewalt, Strafe und Angstmachen Gang und Gebe. Auch diverse TV-Hundetrainer tun ihr Notwendigstes dazu, dass viele glauben solche Methoden wären effektiv.

Behandelt eure Hunde so, wie ihr gern selbst behandelt werden würdet. Wenn ihr Angst habt : würdet ihr dabei gerne gewürgt werden? Ich kanns mir nicht vorstellen. Hunde sind Mitglieder unserer Familie und genauso sollten sie behandelt werden. Das heißt NICHT dass man sie vermenschlicht oder nicht artgerecht erziehen.Man begegnet ihnen lediglich mit Respekt, auf Augenhöhe und erntet dafür ihren Respekt und Motivation zu lernen. Durch Konsequenz, Vertrauen und freundlichen Umgang miteinander, wir eine vertrauensvolle und freundschaftliche Beziehung aufgebaut.

Der Hund weiß dass wir Menschen sind, und keine Wölfe! Wir müssen kein Rudelführer für unsere Tiere sein… wir sind dessen Menschen. Wenn wir uns auf einmal nicht wie solche benehmen, würde das den Hund nur irritieren.

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Alles in allem sollten wir- wie so oft- einfach auf unser Herz hören. Das sagt uns nämlich meistens das Richtige ❤ 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Warum ich nicht der Rudelführer meiner Hunde bin. Oder : die geheime Geschichte der magischen, fliegenden Wattebäuschchen

  1. Renzo schreibt:

    instinktiv hast du die richtige Einstellung, um Penny über ihre Ängste zu helfen. Stark zu sein, um Halt geben zu können, bedeutet nicht auch hart oder machtvoll sein zu müssen.
    Positive Bestärkung (belohnen des gewollten und ignorieren von unerwünschtem Verhalten) ist sicher der richtige Weg und lässt durch gewonnenes Vertrauen zu einem Team zusammen wachsen!

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